Das Wort Chirurgie kommt aus dem Lateinischen, bzw. dem Altgriechischen und bedeutet: Handwirkung oder auch Handarbeit.

Genau das ist dieser Fachbereich auch: Eine Art Handwerk auf allerhöchstem, feinmotorischem Niveau.

Hier werden nicht nur Wunden genäht oder Knochenbrüche mit Nägeln, Platten und Schrauben versorgt. Heutzutage können sogar Sehnen, Bänder, Blutgefäße und Nerven wieder zusammengefügt werden, ja sogar künstliche Gelenke sind auch in der Tiermedizin durchaus möglich. Auch jegliche Art von Bauchoperation mit kompletten oder teilweisen Organentnahmen sowie Tumorentfernungen sind an der Tagesordnung. Die höchste Vollendung der feinmotorischen OP-Technik findet man bei Operationen am Auge, für die wir in unserer Klinik ebenfalls perfekt ausgestattet sind.

Sehr häufig wird heute auch in der Tiermedizin minimalinvasiv, d.h. mit nur ganz winzigen Schnitten und mittels Endoskopie operiert. Dieses Verfahren ist besonders schonend und bekannt aus der Humanmedizin.

Jede Operation erfordert eine eingehende Vorbereitung. Im Vorfeld wird durch unsere bildgebende Diagnostik sowie durch Laboruntersuchungen eine möglichst exakte Diagnose gestellt, so dass der chirurgische Eingriff genauestens hinsichtlich Umfang, Dauer, Personaleinsatz sowie Chancen und Risiken geplant werden kann.

Das Ziel von Operationen ist das Bewahren von Leben und die Wiederherstellung der Gesundheit. Vor jeder OP sprechen wir intensiv mit Ihnen über alles, was wichtig ist. Wir klären Sie offen und ehrlich über die Chancen und mögliche Risiken auf.

Auch über Kosten scheuen wir uns nicht, mit Ihnen zu sprechen. Allerdings sind diese im Vorfeld meist nur grob abschätzbar, so dass wir Ihnen zu dieser Frage nur eine ungefähre Auskunft geben können, wofür wir Sie um Verständnis bitten.

Zum Operationstermin bringen Sie Ihr Tier bitte pünktlich zu uns in die KleintierKlinik Hannover. Ihr Hund oder Ihre Katze darf 8 bis 12 Stunden vor der Operation keine Nahrung mehr zu sich nehmen, da es sonst bei der Einleitung der Narkose zu Erbrechen mit der Gefahr eines Eintretens von Mageninhalt in die Luftröhre und in der Folge zu einer schweren Lungenentzündung kommen kann. Kaninchen und Nager sollen dagegen nicht fasten, sondern normal mit mäßigen Mengen gefüttert werden.

Ihr Tier darf nach der Operation die Klinik erst wieder verlassen, wenn es wieder gut ansprechbar ist und eigenständig laufen kann. Bei sehr schwerwiegenden Eingriffen ist eine stationäre Aufnahme für die ersten Tage nach der Operation erforderlich, damit Ihr Tier rund um die Uhr überwacht und versorgt werden kann.

Wenn Sie Ihr Tier mit nach Hause nehmen, gibt es in den ersten Stunden und Tagen nach einer Operation einiges zu beachten. Bei der Abholung erhalten Sie von uns ein Schreiben mit genauen Instruktionen bezüglich Kontrollterminen, Medikamenten und sonstigen Verhaltensregeln in Abhängigkeit von der Art und Schwere des Eingriffs. So können Sie jederzeit nachlesen, wie Sie Ihr Tier in den Tagen nach dem Eingriff zuhause versorgen sollten. Ihr Tier darf erst trinken, wenn es vollständig wach ist, und auch die erste Mahlzeit sollte erst 10 bis 12 Stunden nach der Operation angeboten werden. Genaue Zeiten entnehmen Sie bitte den individuell an Ihr Tier angepassten schriftlichen Informationen.

Bitte denken Sie im Vorfeld einer Operation bereits darüber nach, wie die ersten 10 Tage nach der OP organisiert werden. In Abhängigkeit von der Art des Eingriffs sollte Ihr Tier insbesondere an den ersten Tagen gar nicht oder nur kurzfristig unbeaufsichtigt sein. Das oberste Gebot ist: Das Tier darf unter keinen Umständen an der Wunde lecken! Bis zum Fädenziehen und mind. einen Tag darüber hinaus sollte der operierte Patient einen Leckschutz tragen. Dies kann ein Halskragen sein (Kunststofftrichter oder aufblasbare Halskrause) oder ein Ganzkörperbody, den es im Handel zu kaufen gibt. Gern beraten wir Sie individuell im Hinblick auf die Charaktereigenschaften Ihres Tieres sowie Ihre Möglichkeiten der Überwachung.

Das Fädenziehen erfolgt in der Regel nach 10 Tagen bei uns oder bei Ihrem Haustierarzt. Bis zu diesem Zeitpunkt kontrollieren Sie bitte regelmäßig, ob die Naht gut aussieht, die Wunde keine Schwellung oder Rötung aufweist, nicht entzündet ist oder sogar Eiter austritt. Sollten Sie solche Veränderungen im Wundbereich feststellen, vereinbaren Sie bitte umgehend bei uns einen Termin zur Abklärung.

Ebenso wie in der Humanmedizin sollte die Zeit nach einer Operation geprägt sein von ruhiger, mäßiger Bewegung und Vermeidung von Aufregung und Stress. Bei Operationen an Knochen, Bändern und Gelenken kann auch eine etwa 6-wöchige Boxenruhe verordnet werden. Dies wird der behandelnde Tierarzt ebenfalls im Vorfeld mit Ihnen besprechen.

Chirurgische Eingriffe bei Hunden, Katzen, Reptilien, Nagern oder Vögeln werden professionell und sorgfältig ausgeführt