Die Kastration, also die operative Entfernung der Gonaden (Keimdrüsen), sprich Hoden oder Eierstöcke, erfolgt bei unseren Haustieren aus unterschiedlichen Gründen: Zur Gesunderhaltung, um unerwünschte Fortpflanzung zu vermeiden oder um ein aggressionsärmeres Sozialverhalten zu fördern.

Wichtige Infos für Sie von der KleintierKlinik Hannover

  • Vereinbaren Sie einen Beratungs- und ggf. gleich OP-Voruntersuchungstermin.
  • Bezüglich der von Ihnen angedachten Kastration Ihres Haustiers können wir Sie bestens beraten. So können wir eventuelle, individuelle Risiken für Ihr Haustier besprechen und, falls vorhanden, weitere Fragen Ihrerseits beantworten. Ein präoperativer Blutcheck im klinikeigenen Labor kann überdies sinnvoll sein.
  • Da eine Kastration ein operativer Eingriff ist, können Sie hier bereits das OP-Team kennenlernen und sich über den Ablauf in der Klinik sowie die Narkose informieren.
  • Für Rüden ist für den Fall, dass eine Narkose aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht möglich oder eine endgültige Unfruchtbarkeit nicht gewünscht ist, eine „chemische“ Kastration durch die Implantation eines „Hormonchips“ unter die Haut eine sinnvolle Alternative. Ein solcher Chip steht mit einer Wirkdauer von 6 bzw. 12 Monaten für Rüden zur Verfügung.

Kastration bei Hunden

Ob die Kastration eines Rüden sinnvoll oder eher nicht zu empfehlen ist, hängt immer vom individuellen Einzelfall ab. Der Eingriff kann sowohl Vor- als auch Nachteile bieten, in manchen Fällen wird die Kastration aber erforderlich.

Vorteile können sein:

  • Angepasstere, bessere Sozialverträglichkeit durch ein weniger testosteronbestimmtes, weniger aggressives Verhalten.
  • Entzündungen von Hoden, Prostata und Vorhaut (so auch dem Präputialkatarrh) wird vorgebeugt.
  • Hodentumore können nicht entstehen (ein Prostatatumor kann dennoch leider nicht ausgeschlossen werden).
  • Notwendig ist eine Kastration/Entfernung der Hoden, wenn:
    • bereits Tumoren/Entzündungen an den Geschlechtsorganen bis hin zu Prostatazysten vorliegen
    • eine Hodentorsion (= Hodendrehung) stattgefunden hat
    • eine Perinealhernie (Dammbruch) vorliegt
    • ein oder beide Hoden nicht komplett abgestiegen sind, sprich im Bauchraum (abdominal) oder in der Leiste (inguinal) verweilt/verweilen (Kryptorchismus).

Nachteil einer Kastration kann sein:

  • Der kastrierte Rüde wird oftmals von seinen Artgenossen quasi als ein Neutrum wahrgenommen  und es können dadurch Probleme im Alltag entstehen (Aggression gegen den Kastraten, „Aufreiten“ der anderen Rüden).

Ob die Kastration einer Hündin sinnvoll oder eher nicht zu empfehlen ist, hängt immer vom individuellen Einzelfall ab. Der Eingriff kann sowohl Vor- als auch Nachteile bieten, in manchen Fällen wird die Kastration aber erforderlich.

Vorteile können sein:

  • Wegfall der Rüdenattraktivität und der läufigkeitsbedingten Blutung
  • Tumoren an Eierstöcken, Gebärmutter, Scheide und Gesäuge wird vorgebeugt.
  • Entzündungen, insbesondere der Gebärmutter (Pyometra), werden vermieden.
  • Scheinschwangerschaften, auch Scheinträchtigkeiten genannt, kommen nicht vor.

Nachteile können sein:

  • Anhaltendes Kindlichsein/ausgeprägter Spieltrieb
  • Neigung zu Übergewicht und möglicherweise damit verbundene Probleme der Gelenke bei unangepasster Fütterung
  • Vermehrte Neigung zu Harninkontinenz (- träufeln). Für diese Problematik gibt es jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten.
  • Ausbildung von Babyfell bei lang- und halblanghaarigen Rassen (Irish Setter, Cocker Spaniel, Hovawart, Langhaardackel, etc.)
  • Weitere sehr seltene Folgeerkrankungen werden noch diskutiert (Schilddrüsenunterfunktion, etc.)

Die KleintierKlinik Hannover berät Sie gern zum Thema Kastration. In einem ausführlichen Gespräch wägen wir mit Ihnen Vor- und Nachteile ab und besprechen den richtigen Zeitpunkt für einen eventuellen operativen Eingriff.

Kastration bei Katzen

Männliche und weibliche Tiere raten wir nach dem Einsetzen der Geschlechtsreife zu kastrieren. Diese ist bei der Katze durch die erste „Rolligkeit“ markiert. Bei Katern muss nicht auf das sogenannte Markieren, das Absetzen von sehr intensiv und unangenehm riechendem Urin meist an senkrechten Flächen (Ecken, Gardinen, etc.) gewartet werden. Die OP kann nach abgeschlossenem Zahnwechsel, also meist mit dem 7./8. Lebensmonat, erfolgen.

Neben der weiterhin wichtigen „Geburtenkontrolle“ bei Katzen mit Freigang in Deutschland, ist ein unkastrierter Kater aufgrund des irgendwann sehr penetranten Geschlechtsgeruchs nicht im Haus zu halten. Bei weiblichen Tieren stören nicht nur die Lautäußerungen und die Unruhe während der dreiwöchigen Rolligkeit, sondern es muss auch die Gesunderhaltung im Auge behalten werden.

Unkastrierte Katzen entwickeln sehr häufig eine eitrige Entzündung der Gebärmutter (Pyometra) sowie oftmals bösartige Gesäugetumore, die am Ende das Leben des Tieres bedrohen können.

Mögliche Nachteile der Kastration können sein:

  • Generelle „Leichtfuttrigkeit“ und demzufolge zu erwartende Gewichtszunahme bei unangepasster Fütterung.
  • Vermehrte Neigung zu Harngriesbildung.

Kastration bei Heimtieren

Bei Meerschweinchen, Ratten, Chinchillas, Degus, Farbmäusen, etc. kann die Kastration bereits ab einem Alter von 4 Wochen durchgeführt werden. Routinemäßig werden nur die Böckchen kastriert. Bei weiblichen Tieren wird eine Ovariohysterektomie (Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter) nur im Erkrankungsfall durchgeführt, z.B. bei Entzündungen, Tumoren oder Geburtsstörungen.

Bei Kaninchen werden männliche wie weibliche Tiere ab dem 4. Lebensmonat kastriert. Bei beiden Geschlechtern führt die Hormonfreiheit zu einem deutlich friedlicheren Miteinander und dem Abklingen von aggressivem Territorialverhalten (auch für Sie wichtig, z.B. beim Greifen in den Käfig).

Bei Frettchen sollte die Kastration nach der Geschlechtsreife zwischen dem 6. bis 8. Lebensmonat erfolgen. Bei Rüden verschwindet das geruchsintensive Markieren und unerwünschtes Sexualverhalten. Fähen müssen zwingend kastriert werden, da sie ansonsten die lebensgefährliche Dauerranz entwickeln können.

Auch bei Heimtieren beraten wir Sie gern individuell bezüglich des richtigen Zeitpunktes zur Kastration.

Kastration bei Vögeln, Reptilien und Exoten

Hier erfolgt eine Kastration nicht vorsorglich, sondern lediglich bei weiblichen Tieren im Rahmen der chirurgischen Beseitigung einer Legenot.